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Chronologie
August 2002-08-13
13. August-Der Tag, der eine Stadt und seine Menschen veränderte!
12. August 2002-Dauerregen in Deutschland lässt die Flüsse
beträchtlich anschwellen.
Die Mulde tritt langsam über die Ufer. Abends gegen 22.30 Uhr ist
das Ufer an der Großmühle in Grimma überschwemmt. Gegen
0.00 Uhr warnt ein Lautsprecherwagen der Stadtverwaltung vor Hochwasser.
Gegen 5.00 Uhr steht das Wasser der Mulde auf dem Baderplan ca. 20 m unterhalb
unserer Druckerei. In aller Eile lagern wir Papier, Druckerzeugnisse und
bewegliche kleine technische Geräte auf 1,50 m hoch, in der Hoffnung,
dass das Wasser nach unseren langjährigen Erfahrungen im Leben mit
dem Fluss und seinen Hochwassern, etwas davon retten zu können.
Doch das Wasser steigt und steigt.
8.00 Uhr läuft das Wasser bereits in den Maschinensaal. Auch der
Hof steht bald darauf unter Wasser und es steigt und steigt weiter.
Gegen 12. 00 Uhr steht das Wasser im unteren Maschinensaal 2,20 m hoch.
Alle Maschinen sind unter Wasser.
Vor der Druckerei sieht es so aus:
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Es ist nicht bloß das Wasser, was einem Angst macht! Die sehr starke
Strömung macht uns allen klar, das ein Verlassen der Gebäude
nicht mehr möglich ist.
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Die Strömung reißt alles mit sich mit. Autos, Kinderwagen,
Parkbänke, Holzbalken, einfach alles. Rettungsboote kommen in unserer
Straße nicht gegen die Strömung an. Die Menschen stehen auf
den Dächern und winken mit weißen Tüchern, um die jetzt
ankommenden Hubschrauber der Bundeswehr auf sich aufmerksam zu machen.
Haus für Haus wird bis in die späte Nacht evakuiert. Der Schein
der Suchscheinwerfer taucht die ansonsten dunkle Stadt in helles Licht.
Dazu das Rotieren der Hubschrauberblätter und das Heulen der Motoren
der Rettungsboote, diese Töne graben sich tief in das Gedächtnis
der Menschen ein, die das miterleben.
14. August- der 1. Tag danach
Gegen 14.00 Uhr dürfen wir zum ersten Mal als Anwohner die ansonsten
von der Polizei abgesperrte Innenstadt betreten.
Es bietet sich ein Bild des Grauens! Unsere Stadt ist nicht mehr wieder
zu erkennen.
Alles, was diese Stadt einmal lebenswert machte, wurde in 24 Stunden von
dem Fluss zerstört.
Von der Mulde, von der alle dachten, sie wäre gezähmt. Aber
die Natur hat uns grausam bewiesen, das sie die Stärkere ist!
In der Druckerei bietet sich uns ein Anblick, den wir nicht mehr vergessen
werden.

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Unterer Maschinensaal

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A2- Druckmaschine Adast Dominant- oben auf Farbwerk Schreibtischschubladen,
Tisch liegt 10 m entfernt auf dem Kopf!

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A3- Druckmaschine Alpha

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Schneidmaschine mit fertigen Drucksachen
Trotz der Aussichtslosigkeit beginnen wir mit dem Mut der Verzweifelten
mit den Aufräumungsarbeiten, die die nächsten 7 Tage ununterbrochen
anhalten. So gelingt es uns, erst einmal einigermaßen Grundordnung
zu schaffen. Retten können wir von den Einrichtungsgegenständen
und vom Material nichts mehr. Es bleibt nur noch, alles auf die Straße
zu räumen und auf den Müll fahren zu lassen.

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Säubern des Hofes mit freiwilligen Helfern (im Hintergrund an der
Hauswand der Wasserstand)

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Blick zur Rampentür- ein Teil des Müllberges, welchen wir aus
der Druckerei geschafft haben (unter anderem ca. 8 Tonnen Papier, Verpackungsmaterialien
und Druckerzeugnisse!)
Am 19. August 2002 nahmen wir im oberen Maschinensaal mit den kleinen
Maschinen die Produktion wieder auf , trotz aller Widrigkeiten, um auch
für und zu einem Stückchen Normalität zurückzukehren.
Unterdessen arbeiteten viele Helfer und Geschäftspartner an den Maschinen,
um sie wieder in Gang zu bekommen. Zulieferer boten Ihre Hilfe an. Viele
Menschen machten uns Mut. Das alles half uns, durchzuhalten und wieder
etwas optimistischer in die Zukunft zu blicken.
Unser Dank gilt allen Helfern! Das werden wir Euch nie vergessen!
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